Mitarbeiter finden über Social Media: So gewinnen Handwerksbetriebe Bewerber ohne Jobportal

Von Nico Els · Aktualisiert am · 8 Min. Lesezeit

Wer heute eine Stelle im Handwerk sucht, schaut sich den Betrieb vorher an. Nicht auf der Website, die seit Jahren gleich aussieht, sondern dort, wo man sieht, wie es im Betrieb wirklich zugeht: Instagram, Facebook, manchmal TikTok. Ein Profil ohne Beiträge ist für einen Bewerber ein Betrieb, über den er nichts weiß.

Dieser Ratgeber zeigt, wie Handwerksbetriebe Social Media für die Mitarbeitergewinnung nutzen, ohne Personalvermittler und ohne Jobportal-Pakete. Er trennt, was organisch geht, und wann bezahlte Anzeigen der schnellere Weg sind.

Warum Bewerber zuerst auf Instagram schauen

Eine Stellenanzeige sagt, was der Betrieb sucht. Ein Instagram-Profil zeigt, wie der Betrieb ist: Wer arbeitet dort, wie sind die Baustellen, wie wird miteinander umgegangen, wird gefeiert, gibt es neue Maschinen, ein neues Fahrzeug, ein Sommerfest. Genau das interessiert jemanden, der überlegt, seinen sicheren Job zu wechseln.

Dazu kommt: Die meisten Wechsler suchen nicht aktiv. Sie sehen einen Beitrag, weil ein Kollege ihn geteilt hat oder weil der Betrieb in ihrer Region postet, und denken zum ersten Mal: Da würde ich hingehen. Diese Menschen erreicht kein Jobportal, weil sie dort nie suchen.

Welche Beiträge Bewerber überzeugen

Nicht die Stellenanzeige als Bild. Die wird überscrollt. Wirksam ist, was den Alltag zeigt und den Bewerber sich selbst darin sehen lässt.

  • Das Team bei der Arbeit. Der Geselle beim Richten, die Azubine an der Maschine, der Meister beim Aufmaß. Nicht gestellt, mit Einwilligung der Abgebildeten.
  • Ein Tag im Betrieb. Morgens am Lager, Anfahrt, Baustelle, Feierabend. Zeigt Rhythmus und Umgangston.
  • Neue Ausstattung. Neuer Transporter, neue Kappsäge, neues Werkzeug. Für Fachkräfte ein starkes Signal, dass der Betrieb investiert.
  • Azubis und Weiterbildung. Gesellenprüfung bestanden, Meisterschule, Herstellerschulung. Zeigt, dass man im Betrieb weiterkommt.
  • Feiern und Alltag. Sommerfest, Weihnachtsfeier, Grillen nach dem Richtfest. Klingt banal, entscheidet aber über Sympathie.
  • Das fertige Ergebnis mit Stolz. Die Treppe, das Dach, das Bad. Fachkräfte wollen für gute Arbeit stehen.
  • Die Stellenanzeige, aber als Geschichte. „Wir suchen einen Dachdecker“ wirkt kaum. „Seit Frank in Rente ist, fehlt uns jemand, der die Schieferarbeiten macht“ wirkt, weil es echt ist.

Ein Rhythmus von ein bis zwei Beiträgen pro Woche reicht. Wichtiger als die Menge ist, dass Beiträge aus dem echten Alltag kommen und regelmäßig erscheinen. Wie das ohne Aufwand geht, steht im Ratgeber Social Media im Handwerk automatisieren.

Organisch oder mit Anzeigen?

Beides hat seinen Platz, und die Reihenfolge ist wichtig: erst das Profil, dann die Anzeigen. Anzeigen führen Bewerber auf dein Profil oder deine Bewerbungsseite. Ist das Profil leer, springt der Bewerber ab, und das Anzeigenbudget ist verbrannt.

Organische BeiträgeBezahlte Anzeigen
KostenZeit oder SoftwareBudget pro Monat plus Erstellung
WirkungLangsam, dauerhaft, baut Vertrauen aufSchnell, endet mit dem Budget
ReichweiteFollower und deren Umfeld, RegionGezielt: Beruf, Region, Alter
WofürGrundlage, Arbeitgeberbild, laufende SichtbarkeitKonkrete Stelle, kurzfristiger Bedarf
BrauchtFotos aus dem Alltag, RegelmäßigkeitLandingpage mit einfacher Bewerbung, gepflegtes Profil

Faustregel: Wer eine Stelle in den nächsten acht Wochen besetzen muss, braucht Anzeigen. Wer nie wieder in diese Lage kommen will, braucht das Profil. Die meisten Betriebe brauchen beides, in dieser Reihenfolge.

Die Bewerbung so einfach wie eine Nachricht

Der häufigste Fehler nach einem guten Beitrag: Der Interessent klickt, landet auf einer Karriereseite und soll Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse hochladen. Ein Geselle, der abends auf dem Sofa auf dem Handy schaut, macht das nicht.

  • Kurzbewerbung. Name, Telefonnummer, Beruf, wann erreichbar. Mehr nicht. Der Rest kommt im Gespräch.
  • Antwort am selben Tag. Wer sich meldet, will innerhalb von Stunden eine Reaktion, sonst ist der Impuls weg.
  • Direktnachricht erlaubt. „Schreib uns einfach hier“ senkt die Hürde weiter. Dafür muss jemand die Inbox lesen.
  • Kein Bewerbungsportal-Sprech. „Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftigen Unterlagen“ verschreckt genau die Leute, die man haben will.

Ein Ablauf, der im Betrieb durchhält

  1. 1Fotos zur Gewohnheit machen. Jede Baustelle ein Foto, jedes Teamereignis ein Foto. Der Chef muss es nicht selbst machen; ein Geselle, der ohnehin gern fotografiert, ist die bessere Wahl.
  2. 2Beiträge entstehen lassen. Aus den Fotos werden Beiträge, entweder von jemandem im Betrieb oder von einer Software wie Publivo, die aus Foto und Sprachnotiz Beiträge für Instagram, Facebook, LinkedIn und Google macht.
  3. 3Freigabe und Rhythmus. Eine Person gibt frei, ein bis zwei Beiträge pro Woche, Kalender füllt sich.
  4. 4Bewerbungsweg klären. Kurzbewerbung auf der Website oder Direktnachricht, mit einer Person, die täglich antwortet.
  5. 5Bei akutem Bedarf Anzeigen dazu. Mit Landingpage je Stelle, Zielgruppe nach Beruf und Region, Budget für vier bis acht Wochen. Das ist ein eigenes Handwerk; wer es nicht selbst machen will, holt sich dafür Hilfe.

Sieh dir an, wie Publivo Beiträge für Bewerber macht.

Auf den Seiten je Gewerk zeigen wir, wie aus einem Foto vom Team oder der Baustelle Beiträge werden, die den Betrieb als Arbeitgeber zeigen. Und im Demo-Call richten wir es für deinen Betrieb ein.

Beispiele nach Gewerk ansehen

Kurz beantwortet

Welche Plattform ist für die Mitarbeitergewinnung im Handwerk am wichtigsten?

Instagram für Auszubildende und jüngere Gesellen, Facebook für erfahrene Fachkräfte und deren Umfeld, das Beiträge teilt. LinkedIn nur für Büro, Planung und Führung. TikTok kann für Azubis wirken, verlangt aber Video und Regelmäßigkeit.

Wie viel kostet Mitarbeitergewinnung über Social Media?

Organische Beiträge kosten Zeit oder eine Software. Bezahlte Kampagnen für eine konkrete Stelle laufen üblicherweise mehrere Wochen mit einem Budget pro Tag, dazu Landingpage und Anzeigenerstellung. Beides zusammen liegt in der Regel deutlich unter einer Vermittlungsprovision.

Wir haben keine Zeit, ständig zu posten. Geht es trotzdem?

Ja, wenn der Aufwand auf ein Foto pro Baustelle und zehn Minuten Freigabe pro Woche schrumpft. Das leistet Software, die aus Foto und Sprachnotiz Beiträge macht. Ohne Fotos aus dem Betrieb geht es nicht, mit ihnen läuft es nebenbei.

Darf ich Fotos meiner Mitarbeiter posten?

Nur mit Einwilligung, am besten schriftlich und widerruflich. Viele Betriebe regeln das einmal im Arbeitsvertrag oder mit einem kurzen Formular. Wer nicht gezeigt werden will, wird nicht gezeigt, auch nicht von hinten.

Über den Autor

Nico Els

Gründer von Publivo. Baut seit Jahren Websites, Google-Ads-Kampagnen und Mitarbeitergewinnung für Handwerksbetriebe und hat aus dem, was in diesen Betrieben täglich liegen bleibt, eine Software gemacht. Die Beispiele in diesem Ratgeber stammen aus dieser Arbeit.

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