Was kostet Social Media für einen Handwerksbetrieb? Agentur, Software oder selbst machen

Von Nico Els · Aktualisiert am · 8 Min. Lesezeit

Social Media kostet einen Handwerksbetrieb entweder Zeit oder Geld, meistens beides. Die Spanne reicht von null Euro und vielen Abenden bis zu einem vierstelligen Monatsbetrag für eine Agentur. Dazwischen liegt Software, die den Ablauf übernimmt und dreistellig kostet.

Dieser Ratgeber rechnet die drei Wege durch, mit dem, was üblicherweise vergessen wird: den Stunden, die im Betrieb hängen bleiben. Die Zahlen sind Erfahrungswerte aus Gesprächen mit Betrieben, keine Preisliste; Publivo nennen wir mit dem echten Preis.

Die Rechnung, die meistens fehlt: Zeit im Betrieb

Wer Social Media selbst macht, zahlt kein Abo, aber Stunden. Für einen Beitrag braucht ein ungeübter Mensch realistisch 30 bis 60 Minuten: Foto aussuchen, Text schreiben, Bild zuschneiden, in Instagram einstellen, dann in Facebook, dann bei Google. Bei zwei Beiträgen pro Woche sind das vier bis acht Stunden im Monat. Macht das der Inhaber, kostet jede dieser Stunden, was er sonst an Aufträgen, Angeboten oder Führung leisten würde.

Deshalb vergleichen wir unten nicht nur Abo gegen Abo, sondern Abo plus Stunden. Rechne mit deinem eigenen Stundensatz; für die Beispiele nehmen wir 60 Euro pro Stunde als konservativen Wert für die Zeit eines Meisters oder Inhabers.

Weg 1: Selbst machen

Kosten: null Euro für die Werkzeuge, wenn du die Meta Business Suite, das Google-Unternehmensprofil und die Basisversion eines KI-Assistenten nutzt. Optional ein Bildwerkzeug wie Canva im kleinen Tarif.

  • Zeit: vier bis acht Stunden im Monat bei zwei Beiträgen pro Woche, in der Anfangszeit eher mehr.
  • Rechnerisch: 240 bis 480 Euro im Monat an Inhaberzeit bei 60 Euro pro Stunde, ohne Abo.
  • Stärke: volle Kontrolle, authentisch, keine laufenden Kosten.
  • Schwäche: Es bleibt liegen, sobald es voll wird. Fast jeder Betrieb, mit dem wir sprechen, hat ein Profil, dessen letzter Beitrag Monate alt ist. Nicht aus Faulheit, sondern weil die Baustelle vorgeht.

Sinnvoll für Betriebe, in denen jemand Lust darauf hat und die Zeit fest eingeplant wird, etwa der Azubi mit einer festen Stunde am Freitag oder die Bürokraft mit klarem Auftrag.

Weg 2: Agentur

Eine Social-Media-Agentur übernimmt Redaktionsplan, Texte, Gestaltung und Veröffentlichung, oft auch Community-Management. Die monatlichen Pauschalen für kleine Betriebe beginnen üblicherweise im hohen dreistelligen Bereich und liegen häufig vierstellig, abhängig von Beitragszahl, Kanälen und ob Videoproduktion dabei ist.

  • Zeit: nicht null. Die Agentur braucht Material und Freigaben. Rechne mit ein bis zwei Stunden im Monat für Abstimmung, Fotos liefern, Rückfragen beantworten.
  • Rechnerisch: Pauschale plus 60 bis 120 Euro Abstimmungszeit.
  • Stärke: Strategie, Kampagnen, professionelle Produktion, jemand denkt mit.
  • Schwäche: Der Preis für den laufenden Beitrag von der Baustelle ist hoch, und Agenturen ohne Handwerksbezug liefern Texte, die nach Marketing klingen. Du erkennst das an Wörtern, die auf deiner Baustelle niemand benutzt.

Sinnvoll für Betriebe, die Anzeigenkampagnen fahren wollen, etwa für Mitarbeitergewinnung, oder eine Marke aufbauen, die über die Region hinausgeht. Für den wöchentlichen Beitrag über die fertige Küche ist es meistens zu viel Apparat.

Weg 3: Software, die den Ablauf übernimmt

Komplettlösungen machen aus einem Foto oder einer Sprachnotiz fertige Beiträge für alle Kanäle, planen und veröffentlichen sie, der Inhaber gibt frei. Sie kosten dreistellig im Monat. Publivo kostet 279 Euro pro Monat zuzüglich Mehrwertsteuer, ohne Mindestlaufzeit, mit allen Kanälen, beliebig vielen Beiträgen, Bildaufbereitung, Kalender, Inbox, Blog auf der eigenen Website und bis zu sechs Nutzern.

  • Zeit: ein Foto pro Baustelle, meist vom Gesellen, plus etwa zehn Minuten Freigabe pro Woche. Rund eine Stunde im Monat.
  • Rechnerisch: 279 Euro plus rund 60 Euro Inhaberzeit.
  • Stärke: Es läuft weiter, wenn es voll wird, weil der Aufwand auf der Baustelle bei einem Foto bleibt. Inhalte landen zusätzlich als Fachartikel auf der Website und werden dauerhaft gefunden.
  • Schwäche: Keine Anzeigenkampagnen, keine Videoproduktion, keine Strategieberatung. Und ohne Fotos aus dem Betrieb passiert nichts; die Gewohnheit muss der Betrieb aufbauen.

Die drei Wege nebeneinander

Selbst machenAgenturSoftware (Publivo)
Geld pro Monat0 bis ca. 20 Eurohoch dreistellig bis vierstellig279 Euro zzgl. MwSt.
Zeit im Betrieb pro Monat4 bis 8 Stunden1 bis 2 Stundenca. 1 Stunde
Zeit in Euro (60 Euro/Std.)240 bis 480 Euro60 bis 120 Euroca. 60 Euro
Gesamt pro Monat240 bis 500 Euroje nach Pauschale ab ca. 900 Euroca. 340 Euro
Läuft weiter, wenn es voll wird?SeltenJaJa
Klingt nach dem Betrieb?JaKommt auf die Agentur anJa, mit Betriebsprofil und Freigabe
Kampagnen, Anzeigen, VideoNeinJaNein

Agenturpreise sind Erfahrungswerte für kleine Betriebe und schwanken stark. Der Stundensatz von 60 Euro ist bewusst niedrig angesetzt; mit einem realistischen Meisterstundensatz fällt der Weg „selbst machen“ teurer aus.

Und was bringt es? Die andere Seite der Rechnung

Kosten sind nur die Hälfte. Was Sichtbarkeit einem Handwerksbetrieb bringt, lässt sich nicht pauschal in Euro beziffern, aber die Mechanik ist bekannt: Kunden vergleichen vor dem Anruf zwei, drei Betriebe und schauen, wo etwas los ist. Bewerber tun dasselbe, bevor sie sich melden. Ein Profil, dessen letzter Beitrag ein Jahr alt ist, kostet beides, ohne dass es auf einer Rechnung auftaucht.

Rechne deshalb andersherum: Was ist ein zusätzlicher Auftrag im Jahr wert, was eine Bewerbung, die du sonst über ein Jobportal oder einen Personalvermittler bezahlt hättest? Bei den meisten Gewerken deckt ein einziger Auftrag oder eine Einstellung die Jahreskosten jeder der drei Varianten.

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Kurz beantwortet

Was kostet eine Social-Media-Agentur für einen Handwerksbetrieb?

Pauschalen für kleine Betriebe beginnen üblicherweise im hohen dreistelligen Bereich pro Monat und liegen häufig vierstellig, je nach Beitragszahl, Kanälen und Videoproduktion. Dazu kommt Abstimmungszeit im Betrieb.

Was kostet Social-Media-Software für Handwerker?

Planungstools sind kostenlos bis zweistellig im Monat, übernehmen aber nur das Veröffentlichen. Komplettlösungen, die Beiträge aus Fotos erstellen und veröffentlichen, kosten dreistellig; Publivo 279 Euro pro Monat zuzüglich Mehrwertsteuer ohne Mindestlaufzeit.

Lohnt sich Social Media für einen kleinen Handwerksbetrieb überhaupt?

Wenn der Betrieb Aufträge auswählen oder Mitarbeiter finden will, ja. Ein zusätzlicher Auftrag oder eine Einstellung ohne Vermittler deckt in den meisten Gewerken die Jahreskosten. Wenn der Betrieb ausgebucht ist und nicht wachsen will, nein.

Kann ich Social Media auch dem Azubi überlassen?

Fotos machen: unbedingt. Texte schreiben und veröffentlichen: nur mit fester Zeit und Freigabe durch den Chef, sonst schläft es ein oder es geht etwas Unpassendes raus. Software löst genau das: Der Azubi liefert das Foto, die Software schreibt, der Chef gibt frei.

Über den Autor

Nico Els

Gründer von Publivo. Baut seit Jahren Websites, Google-Ads-Kampagnen und Mitarbeitergewinnung für Handwerksbetriebe und hat aus dem, was in diesen Betrieben täglich liegen bleibt, eine Software gemacht. Die Beispiele in diesem Ratgeber stammen aus dieser Arbeit.

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